Mein grosses Erstaunen!

Die Abstimmungsniederlage bei der SRG-Initiative überraschte mich absolut nicht. Wenn ich gefragt wurde, wie es wohl ausgehen würde, prognostizierte ich eine 40 zu 60 Niederlage der Initiative. Und so endete es dann auch.
Mein großes Erstaunen gründete in den Argumenten der Gegner, bzw. der Unterstützer der SRG.
Kaum zu glauben, was alles Vorgebracht wurde und es erinnerte mich stark an rechtsnationalistische Parolen. Ich hätte das nie und nimmer für möglich gehalten. Und das ausgerechnet aus der ‚Ecke‘, die schnellstmöglich reagiert, sollten nationalistische Töne, von wem auch immer, verbreitet werden.
Ich weiß nicht, ob es Euch aufgefallen ist, aber das Hauptargument hätte vom verhassten Trump kommen können: Switzerland first! Das Hauptargument.

Die Abstimmung wurde zum patriotischen Gesinnungstest hochstilisiert. Es ging um den Zusammenhalt der Nation, um unsere schweizerische Identität und wir müssten uns gegen die bösen Elon Musks dieser Welt absichern. Der Erhalt unserer eidgenössischen Kultur und Eigenart feierte Urstände. Auch ging es um die Verteidigung der vaterländischen Vielsprachigkeit – das Ende unserer Willensnation, würde bei einem Sieg der Initianten, besiegelt sein.
Etliche dieser Argumente für ein Nein zur Initiative hätten problemlos aus dem rechtspopulistischen Politprogramm einer Marine Le Pen, Alice Weidel, Donald Trump oder Herbert Kickl stammen können.

SRG first = Switzerland first!

Ausgerechnet aus dem Lager der SP und Grünen wurden solche populistischen Parolen vehement vertreten. Die Rot-Grünen, die sonst jede Form von nationaler Eigenständigkeit am liebsten nach Brüssel delegieren möchten, machten sich dagegen für die Heimatnähe stark. Für einmal wurde der schweizerische Sonderweg für einen Sieg heraufbeschworen.
Eine verkehrte Welt - darum mein großes Erstaunen!

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So tragen wir zu Grabe…